Simon Barth Couture – Stoffgewordene (Mädchen-) Träume

Im Atelier von Simon Barth

Hattet ihr auch als kleines Mädchen diesen Traum, in dem Ihr in einem wunderschönen funkelnden Kleid den Mann Eurer träume heiraten werdet? Das Kleid in meinem Traum war bestickt mit leuchtenden Glitzersteinchen, die selbst den glänzensten Stern Konkurrenz machen würde. Es war aus den edelsten Stoffen geschneidert, das leicht und anmutig im Wind wehte und in dem man sich einfach nur wunderhübsch und einzigartig findet. Es war ein Kleid, welches man nur in Träumen wiederfindet.

Und auch wenn Ihr es jetzt nicht glauben könnt, aber eines dieser Traumkleider aus meiner Kindheit habe ich letztens beim Designer Simon Barth entdeckt. Wie es dazu kam? Simon Barth ist ein junger Nachwuchsdesigner, der Anfang 2012 sein eigenes Couture Label “Simon Barth Couture” in Berlin-Kreuzberg gegründet hat. Er schrieb mich an und fragte mich, ob ich nicht etwas über seine aktuelle Kollektion “Secrets” auf meinem Blog GlamourSister schreiben möchte. Nachdem ich mich auf seiner Webseite in die wunderschönen Kleider gleich verliebt hatte, folgte ich seiner Einladung in sein Atelier und kam aus den „Träumen“ nicht mehr heraus.

In seinem toll dekorierten Schlafzimmer, welches gleichzeitig sein Arbeitszimmer und Atelier ist, zeigte er mir mit liebevoller Hingabe seine handgefertigten Traumstücke – eines nach dem anderen. Besonders die Kleider der Kollektion “Secrets” haben mich in kurze Tagträume versetzen lassen. Vor meinem inneren Auge sah ich mich in einem dieser Kleider, wie ich mit meinem Liebsten durch die Nacht tanzte. Inspiriert von Shakespeares “Sommernachtstraum” holt Simon Barth den Zauber des Verwirrspiels in die Gegenwart. Seine handgenähten Couture-Kleider sind stoffgewordene (Mädchen-)Träume aus edlen Materialien, zarten Stickereien und aufwendigen Stoffbearbeitungen.

Jedes Kleidungsstück und Accessoire ist ein Unikat, in dem sehr viel Liebe zum Detail steckt und die ausschließlich aus hochwertigen und edlen Materialien bestehen. Neben der neuen Kollektion arbeitet Simon Barth noch an einer handgestickten Rückenpartie eines Capes, welches mit vielen funkelnden Swarovski-Kristallen glänzen wird, wenn es fertig ist. Leider können meine ganzen Fotos die Schönheit der einzelnen Kleidungsstücke kaum wiedergeben.

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Interview

Natürlich nutzte ich auch gleich die Chance, um den äußerst sympathischen Simon Barth persönlich einige Fragen zu stellen, die mich und hoffentlich auch Euch interessieren.

Hier das Interview mit Simon Barth:

Simon, erst einmal zu Dir. Du bist gelernter Maßschneider und Modedesigner. Bitte erzähl doch kurz ein paar Sätze über Dich. Was hat dich zum Beispiel dazu bewegt, dieses Handwerk zu erlernen und wie ist
es dazu gekommen?

Seit ich mich zurück erinnern kann haben mich schon immer schöne Kleider, Stoffe, Kunst und Schmuck fasziniert. Ich liebte es als Kind meiner Mutter dabei zuzusehen, wenn sie sich für ein Fest elegant zurecht machte, habe für allerlei Teddys und Puppen neue Garderoben genäht, und schon in jungen Jahren angefangen alte Spitzenstoffe und schöne Dinge zu sammeln. Es blieb mir keine andere Wahl als die Modewelt zu gehen.
In einem künstlerischen Haus aufgewachsen hatte ich auch immer die Unterstützung und das Verständnis meiner Eltern, die mich stets ermutigten meinen Weg zu gehen. Die Liebe zum alten Handwerk, zu aufwendigen Stoffbearbeitungen und zarten Stickereien wuchs von Jahr zu Jahr und ich befinde mich bis heute in einem stetigen Lernprozess.

Du hast dich auf Haute Couture und prunkvolle Stickereien spezialisiert, was fasziniert dich an der Haute Couture?
Von der handwerklichen Seite ausgesehen das unerschöpfliche Spektrum der Verarbeitungsmöglichkeiten. Die Bereitschaft den perfekten Weg zu einer absoluten mit dem Kleid im Einklang stehenden Symbiose zu finden. Der Glaube an Anerkennung und Wertschätzung. Konsequent jede Herausforderung anzunehmen, auch wenn die Finger noch so sehr schmerzen, es geht darum die Vision wahr werden zu lassen. Von der künstlerischen Seite aus die grenzenlose Reise in die Phantasie und Vorstellungskraft. Die Möglichkeit Träume und Visionen in Stoff wahr werden zu lassen und Kleider zu kreieren, die Frauen zu verführerischen Zauberwesen werden lassen.

Deine aktuelle Kollektion von “Simon Barth Couture” heißt “Secrets”. Dabei hast du dich von Shakespeares “Sommernachtstraum” inspirieren lassen. Gefiel dir die Handlung der Komödie so gut, bist du ein Shakespearefan oder wie kamst du zu dieser Inspiration?
Ich bin kein eingefleischter Shakespeare Fan aber dieses Stück hat mich schon immer fasziniert und inspiriert. Ich liebe die Charaktere den Wortwitz und die Möglichkeiten der Inszenierung. Schon früh ließ ich mich von der Thematik zu dem ein oder anderen Kleid anregen.

Woher nimmst du sonnst Deine Inspirationen?
Inspirationen gibt es für mich ständig und überall. Es kann wirklich vom Regentropfen auf einem Spinnennetz bis zu einem kitschig angelegten Garten, oder einer bröckelnden Fassade alles zu einem Kleid anregen. Viele Eindrücke halte ich in angelegten Alben oder im Gedächtnis fest.

Die Kleidungsstücke der „Secrets“ Kollektion sehen traumhaft schön aus, welche Materialien verwendest du in deinen Kollektionen?
Für die Kollektion wurden ausschließlich hochwertige Materialien wie Seide, Chiffon, Tüll, Spitze und Swarovski-Elemente verwendet. Die zarten und edlen Texturen der Kleider sind aber vielmehr auf die aufwendigen Veredelungen und Stoffbearbeitungen zurückzuführen.

Für welche Typ Frau sind deine Kreationen gemacht?
Ich habe natürlich meine Musen im Kopf die mich zu den einzelnen Kleidern inspirieren. Doch generell sage ich, dass ein Kleid die Frau finden muss und umgekehrt. Meine Priorität liegt nicht auf alt oder jung sondern vielmehr in der Verständigung zwischen Kundin, Kleid und Designer.

Du hast letztes Jahr den Reno Bunte New Faceces Award in der Kategorie „Schuh-Design“ gewonnen. Wie ging es nach dem Award weiter?
Es hat mich natürlich sehr geehrt den ersten Preis zu gewinnen. Leider verpufft der Glanz von so einem Gewinn in unserer heutigen schnelllebigen Zeit sehr schnell. Danach habe ich mich wieder voll und ganz auf meine Couture Kleider konzentriert.

Könntest Du dir vorstellen, deine eigene Schuhkollektion zu designen?
Das könnte ich mir sehr gut vorstellen, da es sich ja um eine stille Leidenschaft von mir handelt. Allerdings würde ich dies nur in einer kleinen und hochwertigen Auflage und mit einem Hersteller der Werte pflegt, vom Material bis zu Herstellung vorstellen können.

Hat dich der Gewinn vor einem Jahr verändert? Und wenn ja/nein, inwiefern?
Nein! Ich bin voll und ganz der Alte geblieben.

Jetzt befinden wir uns in deinem eigenen Atelier in Berlin-Kreuzberg, hast du vielleicht in Zukunft vor, eine Boutique zu eröffnen?
Ich will nicht in die Kristallkugel blicken, da ich im Moment mit meiner Situation sehr zufrieden bin. Was die Zukunft bringt wird man dann sehen.

Du hast in einem Münchener Couture Atelier gearbeitet und ebenfalls an der ESMOD München studiert. Warum zog es dich nach Berlin?
Es war damals eine fixe Idee und darauf folgte eine Hau-Ruck Aktion ins Unbekannte. Ich habe den Schritt auch nie bereut und liebe Berlin bis heute. Mich inspiriert die Ruhelosigkeit der Stadt, die Härte und Rauheit genauso wie die stillen und einsamen Momente.

Du bist ja noch sehr jung, was möchtest du in Zukunft noch erreichen?
Also natürlich Erfolg und Anerkennung verdienen aber in erster Linie möchte ich, dass Simon Barth Couture für exquisite und einzigartige Anfertigungen steht.

Was empfiehlst du jungen Modedesignern, oder diejenigen, die diesen Beruf erlernen möchten?
Gut überlegen und dann durchhalten am besten mit der Nase bei einem Praktikum reinschnuppern.

Der Job eines Modedesigners ist nicht nur glamourös sondern er bedeutet auch harte Arbeit. Wie motivierst du dich?
Das habe ich mich auch schon oft gefragt, für mich ist es eine Passion, gekoppelt mit dem starken Glauben an eine Vision die mich antreibt. Auch wenn der Weg manchmal noch so steinig ist, würde ich nie das Handtuch werfen.

Was hältst du von Modedesignern oder Labels, die mit Modeketten, zum Beispiel H&M, kooperieren?
Finde ich durchaus gut wenn man sich mal ein Teil von Lavin oder Versace leisten möchte. Jedoch glaube ich dass der endgültige Thrill ausbleibt, den man sonst beim Designershoppen erlebt.

Wenn H&M auf Dich zukommen würde und Dir eine Kooperation anbieten würde, wäre Deine Antwort?
Das wäre auf jeden Fall eine nicht außer Acht zu lassende Goldgrube, hat im Moment für mich jedoch keine persönliche Relevanz. Leider muss ich auch sagen, dass ich mit den Produktionsbedingungen solcher Unternehmen nicht unbedingt konform bin.

Für welche berühmte Persönlichkeit würdest du gerne einmal etwas Maßschneidern?
Oh, es gibt so viele schöne und inspirierende Frauen auf der Welt, aber um nur einige zu nennen würden mir spontan Keira Knightley, Nicole Kidman oder Kirsten Dunst einfallen.

Was hältst du von Modebloggern?
Die Arbeit von Modebloggern finde ich persönlich sehr wichtig, da es ein längst überfälliger Gegenentwurf zu den oft festgelegten Modediktaten der großen Blätter ist.

Simon Barth maßschneidert ebenfalls Braut- und Abendkleider sowie spezielle Kostümanfertigungen für Film und Theater an. So muss ein Traumkleid kein Traum mehr bleiben. Hier geht es zu seiner Homepage.

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...mit dem Designer Simon Barth

Vielen Dank lieber Simon, dass Du Dir so viel Zeit für mich genommen hast und mir alle Deine tollen Kleidungsstücke und Accessoires gezeigt hast. Und natürlich auch, dass Du meine Interviewfragen beantwortet hast. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deiner wunderschönen Mode und freue mich schon, wenn große Hollywooddiven wie Nicole Kidman, Kirsten Dunst oder Keira Knightley in einem “Simon Barth Couture” über den roten Teppich laufen.

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5 Kommentare

  1. Die Kleider sind NICHT SCHÖN, sie sind
    A T E M B E R A U B E N D !!! Simon
    ist wirklich ein wahrer Künstler und
    Magier der Couture. Ein ganz GROSSES Kompliment !
    …und liebe Grüsse, Gigi

  2. Die Kleider sind wirklich ein Traum, werden es für die meisten wohl auch bleiben! Alle sind wunderschön, Simon ist nicht nur ein perfekter Handwerker, sondern wirklich ein Künstler! Wir Berchtesgadener sind stolz auf ihn!

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