
Zwei Wochen Portugal liegen hinter mir. Sonne, Meer, gutes Essen und zum Abschluss noch ein Surfkurs. Zumindest war das der Plan. Dass ich beim Surfen ziemlich schnell feststellen würde, wo meine körperlichen Grenzen liegen, wusste ich zu Beginn unseres Urlaubs natürlich noch nicht.
Woche 1: Mitten im Leben von Alfama und Porto
Unsere erste Woche verbrachten wir in Alfama und in Porto. Alfama ist eine der ältesten und wohl charmantesten Viertel von Lissabon. Schon nach den ersten Stunden war klar, warum so viele Menschen von diesem Teil der Stadt schwärmen. Enge, verwinkelte Gassen, bunte Häuser, kleine Balkone und immer wieder steile Treppen. Sehr viele steile Treppen.
Wir ließen uns viel durch die Straßen treiben, ohne manchmal ein bestimmtes Ziel zu haben (ok, einige hatten wir doch). Gerade das machte für mich den Reiz von Alfama aus. Hinter jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken: einen kleinen Platz, ein gemütliches Café oder plötzlich einen wunderschönen Blick über die Dächer der Stadt und den Tejo.
Natürlich gehörte auch das portugiesische Essen fest zu unserem Tagesprogramm. Pastéis de Nata schmecken schließlich besonders gut, wenn man sich vorher einen der vielen Hügel Lissabons hochgekämpft hat. Zumindest konnte man sich so einreden, dass man sich das nächste Gebäck redlich verdient hatte.
In Porto testeten wir uns durch Portweine, gingen über die Fachwerkbogenbrücke Ponte Dom Luís I, die Porto mit Vila Nova de Gaia verbindet und besuchten den Torre dos Clérigos, welche uns in luftige Höhe entführte.
Nach einer Woche Stadtleben hieß es dann Abschied nehmen von Lissabon. Unser nächstes Ziel: Ericeira. Dort sollte der sportliche Teil unseres Urlaubs beginnen.












Woche 2: Auf nach Ericeira zum Surfen
Für unsere zweite Woche hatten wir einen fünftägigen Surfkurs in Ericeira gebucht. Die Vorstellung klang perfekt: morgens mit dem Surfbrett unter dem Arm zum Strand, ein paar Wellen nehmen und irgendwann ganz lässig auf dem Brett stehen, als hätte man nie etwas anderes gemacht.
Die Realität war etwas anders.
Schon am ersten Tag wurde mir klar, dass Surfen deutlich anstrengender ist, als es bei erfahrenen Surfern aussieht. Paddeln, aufs Brett kommen, wieder herunterfallen, zurück ins Wasser, erneut paddeln… und das Ganze immer und immer wieder. Muskeln, von deren Existenz ich vorher kaum etwas wusste, machten plötzlich sehr deutlich auf sich aufmerksam.
Trotzdem war der erste Tag ein tolles Erlebnis. Im Wasser zu sein, die Kraft der Wellen zu spüren und zumindest zu versuchen, im richtigen Moment aufzustehen.
Am zweiten Tag wurde es allerdings nicht unbedingt leichter. Ganz im Gegenteil: Mein Körper erinnerte mich ziemlich zuverlässig daran, was ich ihm am Vortag zugemutet hatte. Trotzdem ging es noch einmal ins Wasser.
Und danach war Schluss.
Von den geplanten fünf Tagen Surfkurs habe ich genau zwei Tage durchgehalten. Drei Tage blieben also übrig, aber irgendwann muss man sich eingestehen, dass Urlaub vielleicht doch nicht unbedingt ein Bootcamp sein muss.
Natürlich hätte ich mich noch durch die restlichen Tage quälen können. Aber während andere weiter an ihrer Surfkarriere arbeiteten, entschied ich mich lieber dafür, Ericeira auf etwas entspanntere Weise zu genießen. Und rückblickend war das wahrscheinlich genau die richtige Entscheidung.




Zwischen Ehrgeiz und Urlaubsmodus
Auch wenn aus mir in diesen zwei Tagen definitiv kein Surfprofi geworden ist, möchte ich die Erfahrung nicht missen. Ich habe etwas Neues ausprobiert, bin ins Wasser gegangen und habe immerhin zwei Tage lang gegen Wellen, Surfbrett und Muskelkater gekämpft.
Vor allem hat der Surfkurs einen ziemlich guten Kontrast zur ersten Urlaubswoche geschaffen. In Lissabon standen Entdecken, Essen und das Leben in den Gassen im Mittelpunkt. In Ericeira waren es dagegen Meer, Strand und die Erkenntnis, dass Surfen im echten Leben wesentlich härter ist, als es vom Strand aus aussieht.
Am Ende waren es genau diese Gegensätze, die unsere zwei Wochen in Portugal so besonders gemacht haben.
Würde ich wieder nach Portugal reisen? Sofort.
Würde ich wieder nach Alfama und Porto fahren? Auf jeden Fall.
Und würde ich noch einmal einen Surfkurs buchen? Auf keinen Fall. 😉

