5 Flohmarkt-Tipps für das richtige Verhandeln & Feilschen

Flohmarkt-Tipps für das richtige Verhandeln und Feilschen

Als ich vergangene Woche die S+U-Bahn-Flohmarkt-Map vorgestellt habe, rief gleich meine Freundin an, die sich mit mir zu einem Trödelbesuch verabreden wollte. Sie weiß, dass ich einen Besuch mit ihr nicht ausschlagen kann, denn was gibt es Schöneres, als sich mit seiner besten Freundin gemeinsam auf die Suche nach neuen “Schätzen” zu begeben.

Wenn wir beide losziehen, dann wird es immer lustig. Flohmarktbesuche machen nämlich nicht nur wegen der Neuentdeckungen große Freude, der Besuch an sich mit allem was dazugehört, ist ein schönes Erlebnis. Und weil das Feilschen und Verhandeln in Verbindung mit einem kleinen Plausch mit dem Verkäufer/der Verkäuferin auch Spaß machen kann, habe ich für euch einmal meine persönlichen Verhandlungs-Tipps für euren nächsten Flohmarktbesuch aufgelistet:

Das Auftreten: Locker und natürlich bleiben!
Handeln und Feilschen gehört auf Flohmärkten absolut dazu und ist hier nicht verpönt. Deshalb sind Flohmärkte wahre Paradise, wenn es um das Verhandeln von Sachen geht. Weil es hier so gut wie keine festen Preise gibt und die Verkäufer am Ende nicht alles wieder mit nach Hause nehmen wollen, ist eine Verhandlung über den Verkaufspreis am Ende eine Win-Win-Situation. Habt beim Verhandeln keine Skrupel, Feilschen ist nichts Unanständiges und muss nicht “gelernt” sein. Wenn ihr authentisch auftretet und vielleicht mit einem Lächeln und euren Charme den Verkäufer auch etwas Persönliches zu dem Produkt fragt, kann am Ende ein echtes Schnäppchen gemacht werden. Stylt euch nicht zu sehr auf und lasst eure teure Chanel-Tasche zu Hause. Die Händler könnten dann vielleicht von vornherein versucht sein, einen höheren Preis zu nennen. Versucht aber auch nicht, mit einem “Schmuddeligen”-Outfit Mitleid zu erwecken – das gehört sich einfach nicht und hat auch nichts mit guter Verhandlungstaktik zu tun. Tastet euch lieber mit einer freundlichen Frage heran – man merkt schnell, ob man “nachbohren” kann oder beim Gegenüber auf Granit beißt. Das Wichtigste ist aber: Hört auf euer Bauchgefühl und bleibt natürlich.

Die Zeit: Extragünstige Zeitpunkte abpassen!
Zu den Stoßzeiten am frühen Vormittag ist es normalerweise auf Trödelmärkten zum Feilschen viel zu voll (die Stoßzeiten sind natürlich sehr unterschiedlich). Die Händler sind genervt und bemüht, alle ihre Sachen im Getümmel nicht an Langfinger zu verlieren. Für einen Plausch bleibt da meist keine Zeit und das Verhandeln kann hier schwieriger sein. Die besten Karten hat man meiner Meinung nach gleich morgens und kurz vor dem Abbau. Jedoch sollte man nicht gleich 6:00 Uhr am Stand stehen und den Verkäufer beim Auspacken zuschauen. Kurz vor dem Ende gibt es nach meiner Erfahrung den größten Preisnachlass, weil die Verkäufer – wie oben schon erwähnt – ihre Sachen nicht wieder mit nach Hause nehmen möchten. Und noch etwas: Nehmt euch für solche Besuche generell viel Zeit. Falls ihr nämlich ein Objekt der Begierde gesehen habt und ihr euch noch einmal den Kauf überlegen wollt, könnt ihr eine gewisse Zeit verstreichen lassen, an den Stand noch einmal zurückkehren und die Preisverhandlung vielleicht noch einmal aufnehmen. Im schlimmsten Fall ist das Produkt natürlich schon vergriffen und wer vor dem Ende kommt, riskiert auch, dass ein paar Schätze schon andere Käufer gefunden haben…

Der Preis: Wieviel Preisnachlass ist angemessen?
Auf Flohmärkten ist prinzipiell alles möglich. Ich beginne mit meinen Angeboten 25% bis 30% niedriger als das, was der Händler haben möchte. Wenn ich am Ende 20% Rabatt erzielt habe, ist das meistens für mich und den Verkäufer ein guter Deal. Bei dem Preis sollte man realistisch bleiben und versuchen, beide Seiten zufrieden zu stellen. Bei den Verhandlungen sollte man auf gar keinen Fall den Händler beleidigen – nicht die Qualität des Produktes abwerten oder ihn einen unverschämten niedrigen Preis nennen (den geforderten Preis zum Beispiel halbieren). Wenn ihr euch auf einen akzeptablen Preis für beide geeinigt habt, dann nehmt das Angebot an und versuche nicht, diesen am Ende noch weiter zu drücken. Je nach Situation kann man auf Flohmärkten aber sehr gut Mengenrabatte aushandeln. Wenn der Verkäufer aber aus irgendeinen Grund mit dem Preis nicht runter gehen kann, dann kann man zusätzlich nachfragen, ob man nicht das ein oder andere “dazugeschenkt” bekommen kann. Übrigens solltet ihr nie euer Preislimit gleich am Anfang des Verhandlungsgesprächs nennen und damit gleich in die “Verhandlung” einsteigen. Ihr habt dann gar keine Chance mehr, flexibel über den Preis zu sprechen.

Die No-Gos: Verhandlungsfehler vermeiden
Bei der Preisverhandlung solltet ihr unbedingt darauf verzichten, die Qualität des Produktes (Löcher, Risse, Abnutzungserscheinungen etc.) gleich zu Beginn abzuwerten. Ihr seid auf dem Flohmarkt und da ist es “normal”, dass Kleidungsstücke oder sonstige Dinge Second Hand sind. Besser ist es, geschickt solche Mängel als Argumente im Laufe der Preisverhandlung einfließen zu lassen. Ich persönlich bin auch kein großer Fan von Aussagen wie “Das habe ich aber schon zu einem günstigeren Preis bei dem anderen Stand gesehen“, oder “Da drüben bekomme ich es fast für die Hälfte”. Wenn ihr euch ernsthaft für ein Produkt an diesem Stand interessiert, dann verkauft den Händler nicht für blöd! Nach meinen Erfahrungen ist Ehrlichkeit das beste Argument. “Ich würde dieses Teil so gerne haben, aber es ist gerade ein wenig zu teuer für mich. Kannst du mir mit dem Preis vielleicht noch etwas entgegen kommen? Das wäre wirklich fantastisch und ich würde mich riesig freuen.” zieht in meisten Fällen ganz gut. Auch solltet ihr sachlich bleiben: Eine zu große oder überschwängliche Freude über den gefundenen Schatz signalisiert dem Händler, dass ihr bereit seid, mehr Geld auszugeben. Damit der Händler beim Verhandeln nicht die Oberhand bekommt, unterlasst übereifrige und vielleicht laute Begeisterung.

Das Handeln: Die Scheu davor verlieren!
Weil das Feilschen in unserer Kultur nicht besonders verbreitet ist, empfinden es viele als unangenehm. Auf Floh- und Trödelmärkten ist aber das Handeln ganz normal und gehört absolut dazu. Meine Devise lautet: “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.” Mit ein paar einfachen Tipps und mit einem Lächeln auf den Lippen macht Feilschen sogar richtig Spaß. Und hier noch ein kleiner Tipp am Rande für alle, die nicht so gut Handeln können: Lege dein Budget fest, was du für eine Hose oder ein Shirt ausgeben möchtest. Verstaue in deiner Tasche oder auch in deinem Portemonnaie in unterschiedlichen Fächern diesen bestimmten Geldbetrag (zum Beispiel 5 Euro in ein Fach für das Shirt und die 10 Euro für eine Hose). Wenn du dann an einem Stand stehst und sagst: “Ich möchte so gerne dieses Shirt haben, aber ich habe nur noch diese 5 Euro übrig.” ist das ein guter Trick, der oft funktioniert und das Shirt zu einem guten Schnäppchen werden lässt. Je öfter man jedoch das Handeln versucht, umso leichter fällt es einem und man merkt schnell, dass Handeln nicht mehr ist als ein nettes Gespräch. Eigentlich kann nichts passieren, außer das man ein “Nein” zu hören bekommt. Und wenn man bedenkt, was man sich von dem Gesparten alles kaufen kann, macht das Handeln noch viel mehr Spaß – versucht es doch auch einfach mal!

Habt ihr noch mehr Tipps, die das Handeln vereinfachen? Wie verhandelt ihr auf Flohmärkten? Ich freue mich auf Feedback.

PS: Auch in Vintage und Second Hand-Shops in Berlin konnte ich schon erfolgreich ein Schnäppchen aushandeln.

 

1 Kommentar

  1. Danke für die tollen Tipps! Ich bin erst seit kurzem zu einem absoluten Flohmarkt-Fan geworden und kann deine Tipps gut gebrauchen ;) Beim letzten Flohmarkt-Besuch könnte ich schon einige Schätze ergattern, aber vielleicht schaffe ich es ja beim nächsten Mal noch mehr rauszuhandeln..
    LG, Jule von https://www.bitsandpieces-blog.de

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